Am Morgen…

...schaue ich gleich nach dem Aufstehen aus dem Fenster. Viel ist da im Moment eigentlich nicht zu sehen, weil das Gras so hoch ist.  Sonst sieht man schon mal einen Fasan unter den Apfelbäumen. Oder halt „meine“ kleine Rehherde. Im Moment sieht man von ihnen allerdings nicht  mal  die Ohren, selbst wenn sie die Köpfe heben. Außerdem sind von den Vieren nur noch zwei da. Ein Bock und eine Ricke. Ich glaube, die anderen Beiden haben schon ihre kleinen Kitze, weshalb wir auch noch nicht gemäht haben. Das Wetter ist super, aber die Kitze laufen noch nicht weg, wenn Gefahr droht, sondern sie stellen sich tot. Auch wenn man mit dem Hund durch die Wiese geht, nimmt die Ricke ihr Kitz nicht mit. Da das Kleine noch keinen Eigengeruch hat, wird es von Räubern meist nicht gefunden. Deshalb sieht die Ricke Hund und mich gar nicht als Bedrohung an. 

Ich schweife ab… …heute am Morgen standen sie nun da, auf der abgefressen Pferdewiese und ich habe es, mit Gegenwind, geschafft bis auf 8 m an sie heranzukommen. Erst als die Pferde mich bemerkt haben und angaloppiert kamen um nach Leckerlies zu schauen, da sind sie dann im hohen Gras verschwunden.

.

Der Rehbock schaut genau in meine Richtung. Ich stehe ohne mich zu bewegen (außer den Finger auf dem Auslöser) mitten auf der Wiese. Er kann mich sehen, aber nicht riechen, da ich gegen den Wind stehe. Erst als er die Bewegung der galoppierenden Pferde sieht, läuft er langsam mit seiner Ricke in das vor Blicken schützende Gras.

.

.

Auch die Ricke schaut, läuft aber erstmal nicht weg. So nahe war ich ihnen in freier Wildbahn noch nie…

.

.

Aufnahmedatum: 25.05.2012
Advertisements

6 Antworten

  1. ooohhh, wie schön! Sogar die Zeichnung auf dem Gesicht, das Bärtchen unter dem Kinn kann man erkennen und den Flausch in den Ohren, wunderbar!

    27. Mai 2012 um 09:29

    • Ich war auch ganz begeistert. Sonst lassen sie einen ja nicht so nah an sich ran. Ich hatte, bis die Pferde mich entdeckt hatten, ein wenig Zeit, sie anzuschauen. Irgendwie war es ein tolles Gefühl, so nah bei ihnen zu sein. Es ist ja etwas anderes ob Du ein Damwild streichelst, welches im Freilaufgehege eines Tierparks zahm gefüttert ist, oder ob es eine Begegnung in der freien Wildbahn ist. :) – so beginnt der Tag irgendwie ganz besonder…

      27. Mai 2012 um 13:39

  2. Herbstbaum

    Schön, daß ihr mit dem Mähen warten könnt. Bei uns ist gerade ein Kitz beim Mähen getötet worden. Der Landwirt hatte uns vorher verständigt und mein Bruder als Jagdpächter ist durchgegangen mit Hund, aber das hat nicht gereicht.

    27. Mai 2012 um 20:55

    • Eigentlich kann ich nicht warten, das Gras steht hoch, das Wetter ist genial und man muss eigentlich Heu machen. Das Gras wird doch schon sehr trocken und wer weiß wie das Wetter wird. Bekommen wir noch mehr so heiße Tage? Oder regnet es demnächst die ganze Zeit? Die Qualität des Endproduktes leidet auf alle Fälle. Für die Pferde nicht so schlimm, aber die Kühe eines Bekannten (der mein überschüssiges Heu abnimmt) fressen nicht wirklich ausgeblühtes Heu.

      Wir haben sonst immer sehr spät gemäht, weil es anders nicht gepasst hat. Vor zwei Jahren mussten wir dann sehr früh mähen und hatten promt ein kleines Kitz in einem der Silageballen. Das tat mir sooooo leid. Und eine Bekannte erzählte mir, ihr Partner wäre bei einem Lohnunternehmen beschäftigt und es würde sehr häufig passieren, dass er die Kleinen anfahren würde und er sie dann töten müsse.

      Das möchte ich nicht… …deshalb gehe ich das Risiko ein… …ich hoffe, dass es später im Juni auch noch ein paar schöne Tage gibt. Die kleinen Kitze laufen dann hoffentlich schon und wir töten keines mehr…

      28. Mai 2012 um 18:20

  3. Herbstbaum

    Mein Opa hat früher am Tag vor dem Mähen umgedrehte Säcke auf Pfählen als eine Art Vogelscheuche aufgestellt und viel Unruhe gemacht, damit die Ricken in der Nacht die Kitze rausbringen. Gedacht war das bei uns auch. Aber der erste Anruf der Landwirtsfrau am Tag zuvor ging unter. Ich denke auch, daß ihr mähen müßt, wenn das Wetter sich ab Donnerstag ändert. Aber eben schon Tage vorher Unruhe verbreiten, wäre mein Rat.

    28. Mai 2012 um 20:52

    • In den ersten 14 Tagen hat das nicht viel Zweck, da die Kitze sich bei Gefahr platt auf den Boden legen und die Gefahr einfach aussitzen. Deshalb hilft ja auch nicht von innen nach außen mähen. Ich habe nicht gemäht und in den nächsten drei Wochen soll es ja nasskühl bleiben. Dann sind die Kitze so weit, dass die Mutter sie mitnimmt, wenn Gefahr droht. Jetzt hilft nun noch Daumen drücken, dass wir noch einmal fünf schöne Tage hintereinander bekommen, damit ich mein Heu auch wirklich noch fertig bekomme… …ist halt immer wieder Risiko… …jedes Jahr auf’s Neue…

      3. Juni 2012 um 16:33

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s